Aktuelle Sportbuchvorstellungen

Verlorene Freunde

Auf der Strecke geblieben

Elmar Brümmer und Ferdi Kräling  erinnern in diesem würdig ausgestatteten Gedenkband aus dem Delius Klasing Verlag an die dunkle Seite des  Automobilrennsports. Und damit an die toten Piloten, die bei der Ausübung ihres gefährlichen Berufes ums Leben gekommen sind. Auf über 140 großformatigen Seiten setzt dieser Band mit seinen packenden Geschichten und eindringlichen Bildern neunzehn berührende Denkmäler. Respektvolle Ehrerweisungen sind es an junge, sympathische Kerle, die alles aufs Spiel gesetzt und dabei alles verloren haben.

Und die wir verloren haben. Geordnet sind die Portraits chronologisch, beginnend mit dem jüngsten Todesfall: Am 25. April 2001 verunglückte der Le-Mans-Sieger und Formel-1- Vizeweltmeister Michele Alboreto bei einer einsamen Testfahrt auf dem Lausitzring. Die Ursache war ein übersehener Reifenschaden. Zur erschütternden Legende geworden ist der Unfall des Publikumslieblings Ayrton Senna am 1. Mai 1994 in Imola. Und so setzt sich die traurige Liste fort: Stefan Bellof, Rolf Stommelen, Graham Hill, François Cevert, Jochen Rindt, Jim Clark bis hin zu Graf Berghe von Trips. Und dazu ein Dutzend weitere tragische Helden. Sie alle werden durch Portraits gewürdigt, aus denen ihre Geschichte, ihre Talente, ihre Erfolge hervorgehen, und durch Bilder, in denen sie noch einmal zum Leben erblühen. Ein erschütterndes Buch. Und ein ungemein wichtiges, liebevolles Erinnerungsbuch.

Elmar Brümmer • Ferdi Kräling „Verlorene Freunde“ - Das dramatische Leben und Sterben der größten Rennfahrer, 144 Seiten, 75 Farbfotos, Format 22 x 29 cm, gebunden mit Schutzumschlag, Preis: 29,90 Euro, ISBN 978-3-667-10970-5, erschienen im Delius Klasing Verlag, Bielefeld

Die Tour de France

Deutsche Profis und ihre Erfolge.

„Die Tour de France“: Mit diesem erstklassig bebilderten Band aus dem Delius Klasing Verlag nähert sich der Sportjournalist Jürgen Löhle dem bedeutendsten Radrennen der Welt aus deutscher Sicht. Bekanntlich spielt  Deutschland bei der Tour traditionell eher eine Nebenrolle. Doch fallen einem sogleich die großen Ausnahmen ein. Sie hier in den Fokus zu stellen, ist einer der Verdienste dieses Buches. Der andere besteht darin, dass es zugleich an jene deutschen Anteile an der großen Schleife erinnert, die das Radsportgedächtnis nicht unbedingt hegt und pflegt.

Vier Kapitel, vier Hauptaspekte umfasst der Band: Im ersten Teil geht es um die deutschen Rennfahrer bei der Tour. Das beginnt mit Joseph Fischer, dem einzigen deutschen Starter bei der allerersten Fahrt. Es geht weiter mit den ersten deutschen Erfolgen in den dreißiger Jahren, als die Kettenschaltung eingeführt wurde. Hier kommen Kurt Söpel und Erich Bautz ins Spiel (vier Tage im Gelben Trikot). Dann werden die Namen geläufiger: Rudi Altig, Rolf Wolfshohl, „Didi“ Thurau, Erik Zabel. Und natürlich der Umstrittenste von allen: Jan Ullrich.

Die Frankreichtour auf dem deutschen Boden ist das Thema des zweiten Kapitels: Legendär der Auftakt in Köln 1965. Berüchtigt Frankfurt 1980 mit dem gedopten Helden Thurau, historisch Berlin 1987.

Der dritte Abschnitt ist den deutschen Teams gewidmet. Insgesamt sechs sind es bisher, mit Telekom und Gerolsteiner als den Erfolgreichsten.

Den nicht nur reibungslosen deutsch-französischen Radsportbeziehungen sind die Schlussbetrachtungen gewidmet. Ein Überblick über die deutschen Tour-Erfolge beschließt diesen Band. Gekrönt wird er durch eine fantastische Auslese aus dem Fotoarchiv – natürlich aus deutscher Sicht.

Jürgen Löhle - Die Tour de France - Deutsche Profis und ihre Erfolge - 160 Seiten, 154 Farbfotos, Format 23 x 26,5 cm, Klappenbroschur, Preis: 29,90 Euro, ISBN 978-3-667-10922-4, erschienen im Delius Klasing Verlag, Bielefeld

Walter und ich

Zwei Mann, ein Sport

Walter Röhrl: Rallye-Weltmeister, Fahrer-As, Legende. Die größten Erfolge seiner Karriere wären ohne einen anderen Mann unmöglich gewesen: Christian Geistdörfer. Er war sein Co-Pilot, einer, der eben nicht nur die nächste Kurve ansagte, sondern einer, der die Kunst des „Aufschriebs“ revolutionierte, also die Informationen für den Fahrer so exakt wie nie zuvor gestaltete. Und er war einer, der viel für seinen Fahrer organisierte, ihm seine Arbeit erleichterte. Gemeinsam fuhren sie für Opel und Fiat, für Mercedes, Lancia und Audi. Die überraschend unterschiedlichen Team-Strukturen, die tiefen Einblicke in die Technik, die ganz legalen Tricks eines kreativen Rallye-Fahrers – die manchmal auch hart an der Grenze zum Reglementverstoß waren, Unfälle, Glücksfälle: Christian Geistdörfer beschreibt diese Glanzzeit des Rallyesports aus der ersten Reihe, hautnah und mit großem Detailreichtum. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und lässt die Querelen innerhalb der Teams ebenso Revue passieren wie die Unzulänglichkeiten der Veranstalter, die schließlich zum Ende des Rallyesports führten, wie man ihn gekannt hat. Schon deshalb ist Geistdörfers Werk mehr als nur eine Geschichte über den Rallyesport: Es ist das Zeitdokument eines Profis, der immer dabei war und akribisch Buch geführt hat. Näher kann man dem historischen Rallyesport als Leser nicht kommen.

Christian Geistdörfer - Walter und ich - Röhrl und Geistdörfer – Das Dreamteam des Rallyesports – 1. Auflage 2016, gebunden mit Schutzumschlag, 228 Seiten, Format: 23,9 x 27,4 cm, 108 Farbfotos, 18 Schwarz-Weiß-Fotos, ISBN 978-3-667-10696-4, Preis: 39,90 Euro, erschienen im Delius Klasing Verlag, Bielefeld